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Full text of "Von den Juden und ihren Luegen"

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Von den 

Juden 

und ihren 

Lügen. 



von 



D. Martin Luther 



Erstmals gedruckt zu Wittenberg. 
Durch Hans Lufft. 

M.D.XLIII. 




Gescannt von cOyOte. 



A 



lies ängstliche Seufzen und Sehnen und 
Hoffen ihres Herzens geht dahin, daß sie 
einmal mit uns Heiden umgehen könnten, 
wie sie zur Zeit Esthers in Persien mit den Heiden 
umgingen. O wie lieb haben sie das Buch Esther, das so 
fein zu ihrer blutdürstigen, rachgierigen, mörderischen 
Begier und Hoffnung stimmt! Kein blutdürstigeres und 
rachgierigeres Volk hat die Sonne je beschienen, als die 
sich dünken lassen, sie seien darum Gottes, daß sie sollen 
und müssen die Heiden morden und würgen. Und es ist 
auch das vornehmste Stück, das sie von ihrem Messias 
erwarten, er solle die ganze Welt durch ihr Schwert 
ermorden und umbringen. Wie sie denn im Anfang an uns 
Christen in aller Welt wohl erwiesen und noch gerne täten, 
wenn sie es könnten, habens auch oft versucht und darüber 
auf die Schnauze weidlich geschlagen worden sind. 

Sie haben solchen giftigen Haß wider die Gojim 
von Jugend auf von ihren Eltern und Rabbinern 
eingesoffen und saufen ihn noch ohne Unterlaß in sich, 
daß es ihnen durch Blut und Fleisch, durch Mark und Bein 
gegangen, ganz und gar Natur und Leben geworden ist. 
Und so wenig sie Fleisch und Blut, Mark und Bein ändern 
können, so wenig können sie solchen Stolz und Neid 



ändern, sie müssen so bleiben und verderben, wenn Gott 
nicht besondere hohe Wunder tut. 

WoUen am Ende auch ihre Lügen wider die 
Personen sehen, welche doch die Lehre weder ärger noch 
besser machen, sie seien fromm oder böse. Nämlich was 
Sie von der Person unsers Herrn, von seiner lieben Mutter 
und von uns und allen Christen lügen. Das sind solche 
Lügen, wenn der Teufel der Lehre nichts anhaben kann, so 
legt er sich wider die Person, lügt, schmäht, flucht und 
tobt wider sie. Gleich wie der Papisten Beelzebub mir tat: 
da er meinem Evangelium nicht widerstehen konnte, 
schrieb er, ich hätte den Teufel, wäre ein Wechselbalg, 
meine liebe Mutter eine Bademagd, flugs da er das 
geschrieben hatte, ward mein Evangelium zunichte und 
hatten die Papisten gewonnen. Also mußte Johannes der 
Täufer und Christus selbst den Teufel haben und Samariter 
heißen, flugs darauf ward Johannes' und Christus' Lehre 
unrecht und der Pharisäer Lehre recht, so ists allen 
Propheten ergangen. Neulich jetzt auch, als der Meuchel- 
mordbrenner von Wolfenbüttel, der heiligen römischen 
Kirche nach dem Kardinal zu Mainz einziges Heiligtum 
und Kleinod, die Person des Kurfürsten zu Sachsen und 
des Landgrafen zu Hessen aufs schändlichste geschmäht 
und geschändet hatte, da waren sie flugs beide verloren, er 
aber, der heilige Mann, König über alle Könige, ward mit 
Rautenkranz und Gold gekrönt, so schwer, daß ers nicht 
ertragen konnte und fliehen mußte. 

Darum, wer eine böse Sache gewinnen will, der 
tue auch so, wie die losen Zungendrescher vor Gericht tun, 
wenn sie die Silbersucht und das Guldenfieber befällt, 
schelte und lüge getrost auf die Person, welche die Sache 
gewonnen hat. Wie jene Mutter ihr Kind lehrte: kannst du 



nicht gewinnen, so trag Hader ein. Das heißen solche 
Lügen, wo der Lügner nicht in der Hauptsache wähnt noch 
irrt (wie in Glaubenssachen auch geschieht), sondern 
selbst wohl weiß, daß er wider die Person lügt und lügen 
will, auch nicht, weder mit Schein noch mit Wahrheit, zu 
beweisen gedenkt, wie er auch nicht kann. 

So tuns die Juden in diesem Falle auch, getrost 
schelten sie, lügen und fluchen der Person, wider ihr 
eigenes Gewissen, damit haben sie die Sache längst 
gewonnen, so daß sie Gott hat erhören müssen, sitzen zu 
Jerusalem in einer goldenen Stadt, nun wohl 1500 Jahre, 
wie wir vor Augen sehen, sind Herren der Welt, laufen 
alle Heiden zu mit ihrem Hemd, Röcken, Hosen und 
Schuhen, lassen sich würgen von den edlen Fürsten und 
Herrn von Israel, geben ihnen Land und Leute und alles, 
was sie haben, wie sie den Gojim fluchen, speien und 
maledeien. 

Und wenn sie nicht so schändlich lögen, fluchten, 
Spelten, lästerten, schmähten die Personen, kannst du 
denken, so hätte sie Gott nicht erhört, und sie hatten ihre 
Sache längst verloren, dürften nicht zu Jerusalem Herrn 
sein, sondern in der Welt zerstreut sein, Jerusalem nicht 
sehen, sich mit Lügen, Trügen, Stehlen, Rauben, Wuchern 
und allerlei Untugend unter den verfluchten Gojim nähren. 
Solch gewaltig Ding ists, wenn einer der Person fluchen 
kann, nachdem die Sache verloren ist. Darum laß dir der 
Juden Exempel nicht ein schlecht Ding sein, wenn du eine 
böse Sache hast. Sie sind die edlen Fürsten von Israel, die 
alles vermögen, wenn sie die Sache verloren haben, und 
den Gojim mehr fluchen können. 

Darum wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht 
daran, daß du nächst dem Teufel keinen bittereren. 



giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, 
der mit Ernst ein Jude sein will. Es mögen wohl unter 
ihnen sein, die da glauben, was die Kühe oder Gänse 
glauben, doch hängt ihnen allen das Geblüt an. Daher gibt 
man ihnen oft in den Historien Schuld, daß sie die 
Brunnen vergiftet, Kinder gestohlen und zerpfriemt haben. 
Sie sagen wohl nein dazu. Aber, es sei oder nicht, do weiß 
ich wohl, daß am vollen, ganzen, bereiten Willen bei ihnen 
nichts fehlt, wenn sie mit der Tat, heimlich oder offenbar, 
dazu kommen könnten. Des versieh dich gewißlich und 
richte dich danach! 

Tun sie aber etwas Gutes, so wisse, daß es nicht 
aus Liebe noch dir zugute geschieht, sondern weil sie 
Raum haben müssen, bei uns zu wohnen, müssen sie aus 
Not etwas tun, aber das Herz bleibt und ist, wie ich gesagt 
habe. 

Es möchte ein Mensch, der den Teufel nicht kennt, 
sich wohl verwundern, daß sie den Christen vor andern so 
feind sind, da sie doch nicht Ursache dazu haben, weil wir 
ihnen alles Gute tun. Sie leben bei uns zu Hause, unter 
unserm Schutz und Schirm, brauchen Land und Straßen, 
Markt und Gassen; dazu sitzen die Fürsten und Obrigkeit, 
schnarchen und haben das Maul offen, lassen die Juden 
aus ihrem offenen Beutel nehmen, stehlen und rauben, was 
sie wollen, das ist: sie lassen sich selbst und ihre Unter- 
tanen durch der Juden Wucher schinden und aussaugen 
und mit ihrem eigenen Gelde sich zu Bettlern machen. 
Denn die Juden als Fremdlinge sollten wahrlich und 
gewißlich nichts haben, und was sie haben, das muß 
gewißlich unser sein. So arbeiten sie nicht, verdienen uns 
nichts ab, auch schenken oder geben wir ihnen nichts, 
dennoch haben sie unser Geld und Gut und sind damit 



unsere Herren in unserm eigenen Lande und in ihrer 
Verbannung. Wenn ein Dieb zehn Gulden stiehlt, so muß 
er hängen, raubt er auf der Straße, so ist der Kopf verloren. 
Aber wenn ein Jude zehn Tonnen Goldes durch seinen 
Wucher stiehlt und raubt, so ist er lieber als Gott selbst. 

Zum Wahrzeichen: sie rühmen es getrost und 
stärken ihren Glauben und giftigen Groll wider uns, 
sprechen untereinander: Halte fest, siehe, wie Gott mit uns 
ist und sein Volk auch in der Verbannung nicht verläßt. 
Wir arbeiten nicht, haben gute faule Tage, die verfluchten 
Gojim müssen für uns arbeiten, wir aber kriegen ihr Geld, 
damit sind wir ihre Herren, sie aber unsere Knechte. 

Sie sind eitel Diebe und Räuber, die täglich nicht 
einen Bissen essen noch einen Faden am Leibe tragen, den 
sie uns nicht gestohlen und geraubt hätten durch ihren 
verdammten Wucher, leben also täglich von eitel 
Diebstahl und Raub mit Weib und Kind, als Erzdiebe und 
Landräuber, in aller unbußfertigen Selbstsicherheit. Denn 
ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig 
am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen 
sollte. 

Nun sieh, welch eine feine, dicke, fette Lüge das 
ist, daß sie klagen, sie seien bei uns gefangen. Es sind über 
1400 Jahre, daß Jerusalem zerstört ist, und wir Christen 
sind zu der Zeit schier 300 Jahre lang von den Juden in 
aller Welt gemartert und verfolgt worden, daß wir wohl 
klagen möchten, sie hätten uns Christen zu der Zeit 
gefangen und getötet, wie es die helle Wahrheit ist. Dazu 
wissen wir noch heutigentags nicht, welcher Teufel sie her 
in unser Land gebracht hat; wir haben sie zu Jerusalem 
nicht geholt. Zum Beweise sind sie oft mit Gewalt 
vertrieben worden, geschweige, daß wir sie halten sollten; 



aus Frankreich als einem feinen sonderlichen Nest sind sie 
vertrieben worden. Jetzt neulich sind sie von dem lieben 
Kaiser Karolus aus Hispanien, dem allerbesten Nest, 
vertrieben worden. Und dies Jahr aus der ganzen 
böhmischen Krone, wo sie doch zu Prag auch der besten 
Nester eines hatten. Ebenso aus Regensburg, Magdeburg 
und mehr Orten bei meinen Lebzeiten vertrieben. 

Zudem hält sie noch jetzt niemand, Land und 
Straßen stehen ihnen offen, sie mögen in ihr Land ziehen, 
wann sie wollen, wir wollten gerne Geschenke dazugeben, 
daß wir ihrer loswären, denn sie sind uns eine schwere 
Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in 
unserm Lande. 

Heißt das gefangenhalten, wenn man einen nicht 
leiden kann im Lande oder Hause? Jawohl, sie halten uns 
Christen in unserm eigenen Lande gefangen, sie lassen uns 
arbeiten im Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, 
während sie derweil hinter dem Ofen sitzen, faulenzen 
und Birnen braten, saufen, leben sanft und wohl von 
unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter 
gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu 
und speien uns an, daß wir arbeiten und sie faule Junker 
sein lassen von dem Unsern und in dem Unsern, sind also 
unsre Herren, wir ihre Knechte mit unserm eignen Gut, 
Schweiß und Arbeit, fluchen danach unserm Herrn und 
uns zu Lohn und Dank. Sollte der Teufel hier nicht lachen 
und tanzen, wenn er solch fein Paradies bei uns Christen 
haben kann, daß er durch die Juden, seine Heiligen, das 
Unsre frißt und uns zum Lohne Maul und Nase voll tut, 
spottet und flucht Gott und den Menschen dazu. 

Aus diesem allen sehen wir Christen (denn die 
Juden könnens nicht sehen), welch ein schrecklicher Zorn 



Gottes über dies Volk gegangen ist und ohne Aufhören 
geht, welch ein Feuer und Glut da brennt, und was die 
gewinnen, die Christus und seinen Christen fluchen oder 
feind sind. O liebe Christen, laßt uns solch greulich 
Exempel zu Herzen nehmen und Gott fürchten, daß wir 
nicht auch zuletzt in solchen oder noch ärgern Zorn fallen, 
sondern sein göttlich Wort ehren und die Zeit der Gnade 
nicht versäumen, wie sie bereits Mahomet und der Papst 
versäumt haben und nicht viel besser als die Juden 
geworden sind. 

Was wollen wir Christen nun mit diesem 
verworfenen, verdammten Volk der Juden tun? Zu 
ertragen ist es uns nicht, seitdem sie bei uns sind und wir 
solch Lügen, Lästern und Fluchen von ihnen wissen, damit 
wir uns nicht aller ihrer Lügen, Flüche und Lästerungen 
teilhaftig machen. So können wir das unlöschbare Feuer 
des göttlichen Zorns (wie die Propheten sagen) nicht 
löschen noch die Juden bekehren. Wir müssen mit Gebet 
und Gottesfurcht eine scharfe Barmherzigkeit üben, ob wir 
doch etliche aus der Flamme und Glut erretten könnten; 
rächen dürfen wir uns nicht, sie haben die Rache am 
Halse, tausendmal ärger als wir ihnen wünschen mögen. 
Ich will meinen treuen Rat geben. 

Erstlich, daß man ihre Synagogen oder Schulen 
mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit 
Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen 
Stein oder Schlacke sehe ewiglich. Und solches soll man 
tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit 
Gott sehe, daß wir Christen seien und solch öffentlich 
Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner 
Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilligt haben. 
Denn was wir bisher aus Unwissenheit geduldet haben 



(ich habs selbst nicht gewußt), wird uns Gott verzeihen; 
nun wirs aber wissen und sollten darüber frei vor unserer 
Nase den Juden ein solches Haus schützen und schirmen, 
worin sie Christum und uns verleumden, lästern, fluchen, 
anspeien und schänden, wie droben gehört, das wäre 
ebensoviel, als täten wirs selbst und viel ärger, wie man 
wohl weiß. 

Moses schreibt, daß, wenn eine Stadt Abgötterei 
triebe, man sie mit Feuer ganz zerstören und nichts davon 
übriglassen sollte. Und wenn er jetzt lebte, so würde er der 
erste sein, der die Judenschulen und -häuser ansteckte. 
Denn er hat gar hart geboten, sie sollen nichts zu- noch 
abtun von seinem Gesetze, und es sei Abgötterei, Gott 
nicht gehorchen. Nun ist der Juden Lehre jetzt nichts 
andres als eitel Zusätze der Rabbinen und Abgötterei des 
Ungehorsams, gleichwie bei uns unter dem Papsttum die 
Bibel unbekannt geworden ist. 

Zum zweiten: daß man ihre Häuser desgleichen 
zerbreche und zerstöre, denn sie treiben ebendasselbe 
darin, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie 
etwa unter ein Dach oder Stall tun wie die Zigeuner, auf 
daß sie wissen, sie seien nicht Herren in unserm Lande, 
wie sie rühmen, sondern in der Verbannung und gefangen, 
wie die ohne Unterlaß vor Gott über uns Zeter schreien 
und klagen. 

Zum dritten: daß man ihnen alle Betbüchlein und 
Talmudisten nehme, worin solche Abgötterei, Lügen, 
Fluch und Lästerung gelehrt wird. 

Zum vierten: daß man ihren Rabbinen bei Leib 
und Leben verbiete, hinfort zu lehren, denn solches Amt 
haben sie mit allem Recht verloren, weil sie die Juden mit 
dem Spruch Moses' gefangenhalten, wo er gebietet, sie 



sollen ihren Lehrern bei Verlust Leibes und der Seelen 
gehorchen, wahrend doch Moses klar beisetzt: was sie 
dich lehren nach dem Gesetz des Herrn. Solches 
übergehen die Bösewichter und brauchen des armen Volks 
Gehorsam zu ihrem Mutwillen wider das Gesetz des 
Herrn, gießen ihnen solches Gift, Fluch und Lästerung ein. 

Zum fünften: daß man den Juden das Geleit und 
Straße ganz und gar aufhebe, denn sie haben nichts auf 
dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch 
Amtleute noch Händler noch desgleichen sind; sie sollen 
daheim bleiben. Ich lasse mir sagen, es solle ein reicher 
Jude jetzt mit zwölf Pferden reiten und wuchert Fürsten, 
Herren, Land und Leute aus, daß große Herren scheel dazu 
sehen. Werdet ihr Fürsten und Herrn solchen Wucherern 
nicht die Straße ordentlicherweise verlegen, so möchte 
sich etwa eine Reiterei wider sie sammeln, weil sie aus 
diesem Büchlein lernen werden, was die Juden sind und 
wie man mit ihnen umgehen und ihr Wesen nicht schützen 
solle. Denn ihr sollt und könnt sie auch nicht schützen, ihr 
wolltet denn vor Gott alles ihres Greuels teilhaftig sein. 
Was daraus Gutes kommen möchte, das wolltet wohl 
bedenken und verhüten. 

Zum sechsten: daß man ihnen den Wucher 
verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber 
und Gold nehme und zur Verwahrung beiseitelege. Und 
dies ist die Ursache: alles, was sie haben, haben sie uns 
gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst 
kein andres Gewerbe haben. Solches Geld sollte man dazu 
brauchen (und nicht anders), wenn ein Jude sich ernstlich 
bekehrte, daß man ihm davon vor die Hand hundert, 
zweihundert, dreihundert Gulden je nach der Person gebe, 
womit er ein Gewerbe für sein arm Weib und Kindlein 



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anfangen möge und die Alten und Gebrechlichen damit 
unterhalte, denn solch böse gewonnenes Gut ist verflucht, 
wenn man's nicht mit Gottes Segen zu gutem nötigem 
Gebrauche wendet. 

Zum siebenten: daß man den jungen starken Juden 
und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, 
Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im 
Schweiß der Nase. Denn es taugt nicht, daß sie uns 
verfluchte Gojim im Schweiß unseres Angesichts wollten 
arbeiten lassen, und sie, die heiligen Leute, wolltens hinter 
dem Ofen mit faulen Tagen und Feisten verzehren und 
darauf lästerlich rühmen, daß sie der Christen Herrn wären 
von unserm Schweiß, sondern man müßte ihnen das faule 
Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben. 

Sorgen wir uns aber, daß sie uns an Leib, Weib, 
Kind, Gesind, Vieh usw. Schaden tun möchten, wenn sie 
uns dienen oder arbeiten sollten, weil es wohl zu vermuten 
ist, daß solch edle Herrn der Welt und bittre Wurme, 
keiner Arbeit gewohnt, gar ungern sich so hoch demütigen 
würden unter die verfluchten Gojim, so laßt uns bei 
gemeiner Klugheit der andern Nationen, wie Frankreich, 
Hispanien, Böhmen usw., bleiben und mit ihnen rechnen, 
was sie uns abgewuchert und danach gütlich geteilt, sie 
aber für immer zum Lande ausgetrieben. Denn, wie 
gehört, Gottes Zorn ist so groß über sie, daß sie durch 
sanfte Barmherzigkeit nur ärger und ärger, durch Schärfe 
aber wenig besser werben. Darum immer weg mit ihnen. 

Ich höre sagen, dass die Juden große Summen 
Geldes geben und damit den Herrschaften nütze sind. Ja, 
wovon geben sie es? Nicht von dem Ihren, sondern von 
der Herrschaft und Untertanen Güter, die sie durch 
Wucher stehlen und rauben. Und also nehmen die 



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Herrschaften von ihren Untertanen, was die Juden geben, 
d.i. die Untertanen müssen Geld dazu geben und sich für 
die Juden schinden lassen, damit diese im Lande bleiben, 
getrost und frei lügen, lästern, fluchen und stehlen können. 
Sollten die verzweifelten Juden sich des nicht in die Faust 
lachen, daß wie uns so schändlich äffen und narren lassen 
und unser Geld geben, daß sie im Lande bleiben und alle 
Bosheit treiben können, überdaß noch reich dazu werden 
von unserm Schweiß und Blut, wir aber arm und von 
ihnen ausgesogen werden? Wenn das recht ist, daß ein 
Knecht, ja ein Gast seinem Herrn oder Wirt jährlich zehn 
Gulden geben und dafür tausend stehlen möge, so ist der 
Knecht und Gast leicht und bald reich, der Herr und Wirt 
in Kürze ein Bettler geworden. 

Und wenngleich die Juden von ihrem Eignen der 
Herrschaft solche Summen geben könnten, was nicht 
möglich ist, und sie sollten uns damit Schutz und Schirm 
abkaufen, um öffentlich und frei in ihren Schulen unsern 
Herrn Christum so schändlich verleumden, zu lästern, 
verspeien, verfluchen, dazu uns auch alles Unglück, daß 
wir alle erstochen werden und umkommen mit unserm 
Kaiser, Fürsten, Herrn, Weib und Kindern, zu wünschen, 
das hieße wahrlich Christum unsern Herrn, die ganze 
Christenheit mitsamt dem ganzen Kaisertum, uns mit 
Weib und Kindern schändlich wohlfeil verkauft. Wie gar 
ein größerer Heiliger würde hier der Verräter Judas gegen 
uns geschätzt werden? Ja wenn ein jeglicher Jude, soviel 
ihrer ist, jährlich hunderttausend Gulden geben könnte, so 
sollten wir doch nicht dafür gestatten, daß sie einen 
einzigen Christen so frei zu lästern, zu fluchen, zu 
verspeien, auszuwuchern Macht haben sollten; es wäre 
noch viel zu wohlfeil verkauft. Wieviel unerträglicher ists. 



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daß wir den ganzen Christum und uns alle mit unserm 
eignen Gelde kaufen lassen sollten, den Juden zu lästern 
und zu fluchen, und sie zum Lohne dafür noch reich und 
zu unsern Junkern machen, die uns dazu noch verlachten 
und sich in ihrem Mutwillen kitzelten. Das möchte dem 
Teufel und seinen Engeln ein rechtes Freudenspiel sein, 
dessen sie durch die Nase lachen könnten, wie eine Sau 
ihre Ferkel anlacht, aber vor Gott einen gerechten Zorn 
verdienen. 

Summa, ihr lieben Fürsten und Herrn, die Juden 
unter sich haben, ist euch solcher mein Rat nicht genehm, 
so trefft einen bessern, daß ihr und wir alle der 
unleidlichen, teuflischen Lift der Juden entladen werden 
und nicht vor Gott all der Lügen, des Lästerns, Speiens, 
Fluchens schuldig und teilhaftig werden, die die rasenden 
Juden wider die Person unsers Herrn Jesu Christ, seiner 
lieben Mutter, aller Christen, aller Obrigkeit und unserer 
selbst so frei und mutwillig treiben, keinen Schutz noch 
Schirm noch Geleit noch Gemeinschaft sie haben lassen, 
auch nicht eure und eurer Untertanen Geld und Güter 
durch den Wucher ihnen dazu dienen und helfen lassen. 
Wir haben ohnedies eigner Sünde genug auf uns, noch 
vom Papsttum her, tun täglich viel dazu mit allerlei 
Undankbarkeit und Verachtung seines Worts und aller 
seiner Gnaden, daß nicht not ist, auch diese fremden 
schändlichen Laster der Juden auf uns zu laden und ihnen 
dann noch Geld und Gut zu geben. Ich will hiermit mein 
Gewissen gereinigt und entschuldigt haben, da ich's 
treulich angezeigt und gewarnt habe. 

Und euch, meine lieben Freunde, die Pfarrherrn 
und Prediger sind, will ich ganz treulich eures Amtes 
hiermit erinnert haben, daß auch ihr eure Pfarrleute vor 



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ihrem ewigen Schaden warnt, wie ihr wohl zu tun wißt, 
nämUch sie sich vor den Juden hüten und sie meiden, wo 
sie können. Nicht daß sie ihnen viel fluchen oder 
persönliches Leid tun sollten, denn sie haben sich selbst 
allzu hoch verflucht und beleidigt, wenn sie den Mann 
Jesum von Nazareth, Mariens Sohn, verfluchen, wie sie 
leider nun über 1400 Jahre tun. Die Obrigkeit lasse man 
hier mit ihnen gebaren, wie ich eben gesagt habe. Es tu 
aber die Obrigkeit dazu oder nicht, so nehme dennoch ein 
jeder vor sich selbst seines Gewissens wahr. 

Insonderheit wenn ihr Prediger seid, wo Juden 
sind, da haltet an mit Fleiß bei euren Herrn und Regenten, 
daß sie ihr Amt bedenken, wie sie Gott schuldig sind, und 
die Juden zur Arbeit zwingen, den Wucher verbieten und 
ihrem Lästern und Fluchen steuern. Leiden wir doch mehr 
von ihnen als die Welschen von den Spaniolen! Die 
nehmen den Hauswirt Küche, Keller, Kasten, Beutel ein, 
fluchen ihnen dazu und drohen ihnen den Tod. Ebenso tun 
uns die Juden, unsre Gäste, auch; wir sind ihre Hauswirte. 
So rauben sie und saugen uns aus, liegen uns auf dem 
Halse, die faulen Schelme und müßigen Wänste, saufen, 
fressen, haben gute Tage in unserem Hause, fluchen zum 
Lohne unserm Herrn Christus, Kirchen, Fürsten und uns 
allen, drohen und wünschen uns ohne Unterlaß den Tod 
und alles Unglück. Denke doch, wie kommen wir armen 
Christen dazu, daß wir solch faules, müßiges, unnützes, 
böses, schädliches Volk, solche lästerlichen Feinde Gottes 
umsonst nähren und reich machen sollen, wofür wir nichts 
kriegen als ihr Fluchen, Lästern und alles Unglück, das sie 
uns tun und wünschen können? Sind wir doch wohl so 
blinde und starre Klötze in diesem Stücke wie die Juden in 
ihrem Unglauben, daß wir solche große Tyrannei von den 



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heillosen Schelmen leiden, solches nicht sehen noch 
fühlen, wie sie unsre Junker, ja unsere wütenden Tyrannen 
sind, wir aber ihre Gefangenen und Untertanen, klagen 
noch, sie seien unsre Gefangenen, spotten unser dazu, als 
müßten wirs von ihnen leiden. 

Wollen aber die Herren sie nicht zwingen noch 
solchem ihrem teuflischen Mutwillen steuern, so möge 
man sie, wie gesagt, zum Lande austreiben und ihnen 
sagen, daß sie in ihre Lande und Güter gen Jerusalem 
hinziehen und daselbst Lügen, Fluchen, Lästern, Speien, 
Morden, Stehlen, Rauben, Wuchern, Spotten und alle 
solche lästerliche Greuel treiben, wie sie bei uns tun, und 
uns unsre Herrschaft, Land, Leib und Gut lassen. Wenn sie 
Freiheiten und Rechte vorgeben sollten, die dürfen ihnen 
nichts helfen, denn es kann niemand Freiheit geben, solche 
Greuel zu üben, und alle Freiheiten sind dadurch ungültig 
geworden und verloren. 

Wenn ihr Pfarrherrn und Prediger, neben mir, 
solch treulich Warnen ausgerichtet habt und weder Herr 
noch Untertan etwas dazu tun will, so laßt uns, wie 
Christus spricht, den Staub von den Schuhen schütteln und 
sagen: Wir sind unschuldig an eurem Blut. Denn ich sehe 
wohl und habs oft erfahren, wie gar barmherzig die 
verkehrte Welt ist, wo sie billigerweise scharf sein sollte, 
und wiederum scharf, wo sie barmherzig sein sollte. Also 
werden sie jetzt auch barmherzig sein wollen über die 
Juden, die blutdürftigen Feinde unsers christlichen und 
Menschennamens, um damit den Himmel zu verdienen. 
Aber daß die Juden mit all den genannten teuflischen 
Greueln uns arme Christen fangen, plagen, martern und 
alles Herzeleid antun, das soll man ertragen und ist 
christlich wohlgetan, vor allem, wenn Geld da ist, das sie 



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uns gestohlen und geraubt haben. 

Darum wollte ich gerne, sie wären, wo keine 
Christen sind. Der Türke und andre Heiden leiden das 
nicht von ihnen, was wir Christen von den giftigen 
Schlangen und jungen Teufeln leiden; sie tuns auch 
niemand als uns Christen. Das ists, was ich droben gesagt 
habe daß ein Christ nächst dem Teufel keinen giftigeren, 
bitterern Feind als einen Juden habe, während wir doch 
niemand so viel Gutes tun, noch von jemand so viel leiden 
als eben von solchen bösen Teufelskindern und 
Schlangengezüchte. 

Ja wie wollen wir nun handeln? Wenn wir gleich 
den Juden ihre Synagogen verbrennen und ihnen ver- 
bieten, öffentlich Gott loben, beten, lehren, seinen Namen 
zu nennen usw., so werden sie es doch heimlich nicht 
lassen. Und weil wir wissen, dass sie es heimlich tun, so 
ists ebensoviel, als täten sie es öffentlich. Denn es heißt 
doch nicht heimlich, wenn man weiß, daß etwas heimlich 
geschieht und geduldet wird, und unser Gewissen ist 
gleichwohl damit vor Gott beschwert. Wohlan, da mögen 
wir uns vorsehen! 

Meines Bedünkens wills doch darauf hinaus, 
sollen wir der Juden Lästerung rein bleiben und nicht 
teilhaftig werden, so müssen wir geschieden sein und sie 
aus unserm Lande vertrieben werden. Sie mögen in ihr 
Vaterland gedenken; dann dürfen sie nicht mehr vor Gott 
über uns schreien und lügen, daß wir sie gefangenhalten, 
wir auch nicht klagen, daß sie uns mit ihrem Lästern und 
Wuchern beschweren. Dies ist der nächste und beste Rat, 
der beide Teile in solchem Falle sichert. 

Aber hier werden sie, da sie das Land ungern 
räumen, getrost alles und alles leugnen, dann auch Geldes 



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genug der Herrschaft bieten, daß sie bleiben möchten. 
Wehe aber denen, die solches Geld nehmen, und verflucht 
sei solches Geld, das sie verfluchterweise durch Wucher 
uns gestohlen haben. Denn sie leugnen ja so sehr, wie sie 
lügen, und wo sie uns Christen heimlich fluchen, giften 
oder Schaden tun können, des machen sie sich kein 
Gewissen. Werden sie aber darüber ergriffen oder sonst 
bezichtigt, so wagen sie es getrost zu leugnen, auch bis in 
den Tod, weil sie uns nicht wert achten, uns die Wahrheit 
zu bekennen, und da die heiligen Gotteskinder gewiß 
dafürhalten, mit dem, was sie uns Böses fluchen und tun 
können, einen großen Gottesdienst zu tun. Ja, wenn sie uns 
das tun könnten, was wir ihnen tun können, würde unser 
keiner eine Stunde leben müssen. Weil sie es aber 
öffentlich nicht zu tun vermögen, bleiben sie gleichwohl 
im Herzen unser täglicher Mörder und blutdürstige Feinde. 
Solches beweisen ihr Beten und Fluchen und so viele 
Historien, wo sie Kinder gemartert und allerlei Laster 
geübt haben und dafür oft verbrannt und verjagt worden 
sind. 

Darum glaube ich wohl, daß sie viel Ärgeres reden 
und tun, als die Historien und andere von ihnen schreiben, 
während sie sich aufs Leugnen und ihr Geld verlassen. 
Aber wenn sie gleich alles leugnen könnten, so können sie 
das nicht leugnen, daß sie uns Christen öffentlich fluchen 
und daß sie bei uns gefangen sein müssen, während sie 
doch wohl wissen, daß sie daran lügen, und daß vielmehr 
sie uns in unserm Lande durch ihren Wucher gefangen, 
jedermann aber ihrer gern los wäre. 

Weil sie aber uns verfluchen, verfluchen sie 
unsern Herrn auch; verfluchen sie unsern Herrn, so 
verfluchen sie auch Gott den Vater, Schöpfer Himmels 



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und der Erden, so daß also ihr Leugnen sie nichts helfen 
kann. Sie sind allein mit dem Fluchen überführt, so daß 
man alles wohl glauben muß, was man Böses von ihnen 
schreibt; sie tuns gewißlich mehr und ärger, als wir wissen 
oder erfahren. Denn Christus lügt und trügt nicht, der sie 
Schlangen und Teufelskinder urteilt, d. i. seine und aller 
und aller der Seinen Mörder und Feinde, wo sie können. 

Unsern Oberherrn, die Juden unter sich haben, 
wünsche ich und bitte, daß sie eine scharfe Barmherzigkeit 
gegen diese elenden Leute üben wollten, obs doch etwas, 
wiewohl es mißlich ist, helfen wollte, wie die treuen Ärzte 
tun: wenn das heilige Feuer in die Knochen gekommen ist, 
fahren sie mit Unbarmherzigkeit zu und schneiden, sägen, 
brennen Fleisch, Adern, Knochen und Mark ab. Also tue 
man hier auch. Verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, 
was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und 
gehe mit ihnen nach aller Unbarmherzigkeit um, wie 
Moses in der Wüste tat, der dreitausend totschlug, daß 
nicht der ganze Haufe verderben mußte. Sie wissen 
wahrlich nicht, was sie tun, wollens dazu wie die 
besessenen Leute nicht wissen, hören noch lernen. Darum 
kann man hier keine Barmherzigkeit üben, sie in ihrem 
Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie 
wie die tollen Hunde ausjagen, damit wir nicht, ihrer 
greulichen Lästerung und aller Laster teilhaftig, mit ihnen 
Gottes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe 
das Meine getan; ein jeglicher sehe, wie er das Seine tue. 



Martin Luther 



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